Klimawandel

Neujahrsansprache 2009

Meine Gedanken zum Jahreswechsel drehen sich dieses Jahr um ein Zitat von Lothar Schmidt: «Das Leben versteht man nur im Rückblick. Gelebt werden aber muss es vorwärts.». Sicher ist man im Nachhinein immer schlauer – das ist im Jahr der weltweiten Finanzkrise besonders deutlich geworden. Wer aber für sich selber klaren Wertvorstellungen oder einem Lebensplan nachlebt, der hat auch in unsicheren Zeiten, wie wir sie heute erleben, gute Chancen richtig und klug zu entscheiden. Das gilt im übrigen nicht nur für Individuen, sondern beispielsweise auch für Gemeinden.

Die vollständige Ansprache: Neujahrsansprache 2009. Das Echo im Gemeinde TV in der Reinacher Zeitung und im Wochenblatt: WoB_090108_Neujahrsapero.

Zwei Artikel, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen: BaZ_090102_Konsum (Konsum) und BaZ_090102_Fenner (glückliches Leben).

Die KandidatInnen der Liste 2 sind Klima-top!

Die SP-NationalratskandidatInnen sind konsequent umweltbewusste PolitikerInnen, die für den zügigen ökologischen Umbau einstehen. Dies zeigen die verschiedenen Klima-Ratings im Vorfeld der Wahlen.


Die Klima-Charta der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie fordert, dass sich PolitikerInnen dafür einsetzen, ab 2008 den CO2-Ausstoss jährlich um zwei Prozent zu verringern und die Energieeffizienz und den Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch um je 1% zu steigern. Dies durch konkrete Massnahmen wie beispielsweise die Einführung des Minergie-P-Baustandards.
Die KandidatInnen der Liste 2 unterstützen die Klima-Charta (wie auch das Klima-Rating des WWF) mit Überzeugung und geben damit auch ihrem jahrelangen Engagement für eine ökologischere Politik Ausdruck. Der Klimawandel muss politisch zu Stande kommen: Am 21. Oktober braucht es grossen links-grünen Zuwachs. Die bürgerliche Mehrheit hat klimapolitisch jahrelang keinen Finger gerührt - auf enstprechend laute Ankündigungen im Wahlkampf ist daher auch null Verlass. Es braucht eine deutliche und breit abgestützten Offensive für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Der Klima-Aktionsplan von Umweltminister Leuenberger mit seinen 26 konkreten Massnahmen muss rasch umgesetzt werden. Dieser setzt neben der Energie- insbesondere auch auf die Verkehrspolitik und fordert z.B. eine vereinheitlichte und verbrauchsabhängige Motorfahrzeugsteuer.
Mit Eric Nussbaumer (Geschäftsführer der ADEV-Energiegenossenschaft) und Urs Hintermann (Mitinhaber der Hintermann & Weber AG) hat die SP BL zudem zwei ausgewiesene Energie- und Ökologieprofis auf ihrer Liste. Sie können mit viel Fachwissen und grosser Überzeugungskraft die grüne Schweiz entscheidend stärken.

Interview zur Nationalratskandidatur

Urs Hintermann im Gespräch mit Reto Wyss.

Hören Sie meine Ansichten zu aktuellen Problemen, zu meiner Motivation und meinen Plänen in Bern: Podcast

Solarstrom aus dem Gemeindezentrum Reinach

Ihr Energie-Engagement lässt die Gemeinde Reinach/BL als beispiellos umweltfreundlich im Kanton erscheinen. Neu ist die gewählte Ausführung, so Gemeinderat Urs Hintermann. Die soeben revidierten, und auch umweltverträglichen Stromlieferverträge der Gemeinde mit der Elektra Birseck (EBM), erlauben jährliche Einsparungen von ca. 24'000 Franken. Handkehrum wird dieser Betrag ökologisch umgewidmet zur Solarstrom-Gewinnung, die etwa 89 Rappen/Kilowattstunde verursacht. Die 27 Kilowatt-Fotovoltaikanlage selbst wird durch die, aus einer Ausschreibung siegreich hervorgegangene Energieexpertin Adev, mit einem Teilbeitrag kantonaler Energieförderung, finanziert und bewirtschaftet. Als "modellhaft und wegweisend" für die Gemeinden im Kanton, lobte namens der Adev-Geschäftsführer Eric Nussbaumer Reinach und deren Schritt zum "Solarstromcontracting."

Die Sonnenlichternte auf dem Gemeindezentrum ist vor dem Hintergrund der Bemühungen Reinachs um die "Energiestadt"-Klassifizierung zu sehen. Wie Eva Rüetschi und Urs Hintermann betonten, stehen für das laufende Energieprogramm rund eine halbe Million Franken zur Verfügung. So können Reinacherinnen und Reinacher - als Pioniertat im Landkanton - sich einen Drittel des Kaufpreises von Ökostrom rückvergüten lassen.

Gemeinderat Urs Hintermann entfaltete beim "Energiestadt"-Programm einen Fächer von Massnahmen: Architekten und Bauherren wurden angesprochen; der stromsparende Wasserkonsum ins Bewusstsein gerückt; das FC-Clubhaus mit Solarduschen bestückt; die "Schoolhouse Company" entschwendete mit detektivischem Spürsinn die Beleuchtung, und für das globale Umweltklima verhalf man dem polnischen Kamien Pomorski zur Energie-Fitness. Dass die deregulierte Elektrizitätslieferung zur naturgerechten Aufhellung des Strommixes ausgenutzt wurde, war, so Hintermann, "eine Selbstverständlichkeit." Bereits pflanzte man einen rund fünf Meter hohen Ahorn in der Hauptstrasse an, den es geschenkt gab. Diese Bäume gibt die EBM grossen Ökostrom-Abnehmern als Treueprämie ab.

Die Zeichen der Zeit (ver)erkennen

Alle Welt redet vom Klimawandel und fordert wirksame Massnahmen gegen den CO2-Ausstoss. Neu ist der Klimawandel auf dem Sorgenbarometer an erster Stelle. Und was macht der Nationalrat in Bern? Er schafft die Voraussetzungen dafür, dass in der Schweiz wieder Formel 1-Autorennen stattfinden können. In welcher Welt leben diese Parlamentarier eigentlich? Statt gemeinsam an guten Lösungen für unsere Umweltprobleme zu arbeiten, schaffen sie neue Probleme. Das ist reiner Zynismus.

Nachtrag: Wenigstens ist der Ständerat etwas schlauer. Er bezeichnet den Vorstoss richtigerweise als unnötig und tritt nicht darauf ein. Felicitation (4.10.2007)