Nachhaltigkeit

Arbeiten im In- und Ausland

Gemeindepräsident ist in Reinach immer noch (zurecht) ein Nebenamt. Im Hauptamt arbeite ich für die Hintermann & Weber AG. Ich berate staatliche und private Organisationen im In- und Ausland in Umweltfragen. Aktuell bin ich im Aufbau von Umweltbeobachtungssystemen im Südkaukasus (Georgien, Aserbaitschan) engagiert. Die BaZ hat darüber berichtet (BaZ_101220_Georgien).

Die natürlichen Ressourcen werden in den Ländern des Kaukasus – wie auch bei uns – nicht nachhaltig bewirtschaftet. Ursachen dort sind in den herrschenden ökonomischen, politischen, gesellschaftlich und institutionellen Bedingungen zu finden. Die ländliche Bevölkerung, die trotz Wirtschaftswachstums in Armut lebt, hat aufgrund mangelnder Einkommensmöglichkeiten in vielen Gebieten der Region keine andere Wahl als die natürlichen Ressourcen über deren Regenerationsfähigkeit hinaus zu nutzen. Das georgische Umweltministerium hat sich in seiner nationalen Biodiversitätsstrategie 2005-2010 dazu verpflichtet, ein Biodiversitätsmonitoringsystem auf nationaler Ebene einzurichten. Es wird helfen, Umweltveränderungen zu erkennen und zu verstehen und kann zu einer Grundlage für staatliches Handeln werden. Die Hintermann & Weber AG, welche bereits massgeblich an der Entwicklung und am Aufbau eines solchen Biodiversitätsmonitoringsystems in der Schweiz mitgearbeitet hat, unterstützt das Georgische Umweltministerium seit 2009 in diesem Projekt. Ab 2010 machen wir das Gleiche für das Aserbaitschanische Umweltministerium.

Wie verändert sich die Biodiversität in der Schweiz?

Zwischendurch mal was, das (fast) nichts mit Lokalpolitik zu tun hat. Neben meinen politischen Ämtern bin ich ja immer noch Mitinhaber einer Umwelt-Beratungsfirma. In dieser Funktion arbeite ich seit über zehn Jahren an einem Projekt des Bundes zur Überwachung der Biodiversität in der Schweiz (Biodiversitätsmonitoring Schweiz). Wir beschäftigen uns mit Fragen wie: Wie verändert sich die Vielfalt an Arten und Lebensräumen in der Schweiz? Was sind die Ursachen? Wie wirksam sind die ergriffenen Massnahmen?

Am 20.5. ist der zweite Bericht zur Lage der Biodiversiät erschienen. Und wie steht es um unsere Natur? Es gibt – wie kaum anders zu erwarten – keine einfache Antwort. Vielmehr gibt es gute und schlechte Nachrichten. Einerseits leben heute mehr Arten in der Schweiz als vor hundert Jahren, andererseits sind nach wie vor sehr viele Arten bedroht. Verbessert hat sich die Situation im Wald, dafür droht den Alpen an vielen Orten die gleiche Intensivierung der (landwirtschaftlichen) Nutzung, wie wir sie im Mittelland bereits erlebt haben. Erste Folgen der Klimaerwärmung auf die Artenvielfalt lassen sich auch bereits nachweisen, obwohl das Biodiversitätsmonitoring erst 2001 gestartet wurde: wärmeliebende Arten, wie Schmetterlinge und Libellen, wandern in die Schweiz ein und in den letzten fünf Jahren haben sich die Alpenpflanzen im Durchschnitt 13 Meter höher hinauf ausgebreitet.

Die Synthese finden Sie hier, den ganzen Bericht können sie über diesen Link herunterladen.

Die Interpretation der Medien finden Sie hier: BaZ_090520_BDM, NZZ_090520_BDM, TA_090520_BDM.

Neujahrsansprache 2009

Meine Gedanken zum Jahreswechsel drehen sich dieses Jahr um ein Zitat von Lothar Schmidt: «Das Leben versteht man nur im Rückblick. Gelebt werden aber muss es vorwärts.». Sicher ist man im Nachhinein immer schlauer – das ist im Jahr der weltweiten Finanzkrise besonders deutlich geworden. Wer aber für sich selber klaren Wertvorstellungen oder einem Lebensplan nachlebt, der hat auch in unsicheren Zeiten, wie wir sie heute erleben, gute Chancen richtig und klug zu entscheiden. Das gilt im übrigen nicht nur für Individuen, sondern beispielsweise auch für Gemeinden.

Die vollständige Ansprache: Neujahrsansprache 2009. Das Echo im Gemeinde TV in der Reinacher Zeitung und im Wochenblatt: WoB_090108_Neujahrsapero.

Zwei Artikel, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen: BaZ_090102_Konsum (Konsum) und BaZ_090102_Fenner (glückliches Leben).

Solarstrom aus dem Gemeindezentrum Reinach

Ihr Energie-Engagement lässt die Gemeinde Reinach/BL als beispiellos umweltfreundlich im Kanton erscheinen. Neu ist die gewählte Ausführung, so Gemeinderat Urs Hintermann. Die soeben revidierten, und auch umweltverträglichen Stromlieferverträge der Gemeinde mit der Elektra Birseck (EBM), erlauben jährliche Einsparungen von ca. 24'000 Franken. Handkehrum wird dieser Betrag ökologisch umgewidmet zur Solarstrom-Gewinnung, die etwa 89 Rappen/Kilowattstunde verursacht. Die 27 Kilowatt-Fotovoltaikanlage selbst wird durch die, aus einer Ausschreibung siegreich hervorgegangene Energieexpertin Adev, mit einem Teilbeitrag kantonaler Energieförderung, finanziert und bewirtschaftet. Als "modellhaft und wegweisend" für die Gemeinden im Kanton, lobte namens der Adev-Geschäftsführer Eric Nussbaumer Reinach und deren Schritt zum "Solarstromcontracting."

Die Sonnenlichternte auf dem Gemeindezentrum ist vor dem Hintergrund der Bemühungen Reinachs um die "Energiestadt"-Klassifizierung zu sehen. Wie Eva Rüetschi und Urs Hintermann betonten, stehen für das laufende Energieprogramm rund eine halbe Million Franken zur Verfügung. So können Reinacherinnen und Reinacher - als Pioniertat im Landkanton - sich einen Drittel des Kaufpreises von Ökostrom rückvergüten lassen.

Gemeinderat Urs Hintermann entfaltete beim "Energiestadt"-Programm einen Fächer von Massnahmen: Architekten und Bauherren wurden angesprochen; der stromsparende Wasserkonsum ins Bewusstsein gerückt; das FC-Clubhaus mit Solarduschen bestückt; die "Schoolhouse Company" entschwendete mit detektivischem Spürsinn die Beleuchtung, und für das globale Umweltklima verhalf man dem polnischen Kamien Pomorski zur Energie-Fitness. Dass die deregulierte Elektrizitätslieferung zur naturgerechten Aufhellung des Strommixes ausgenutzt wurde, war, so Hintermann, "eine Selbstverständlichkeit." Bereits pflanzte man einen rund fünf Meter hohen Ahorn in der Hauptstrasse an, den es geschenkt gab. Diese Bäume gibt die EBM grossen Ökostrom-Abnehmern als Treueprämie ab.