Menschenverachtende Berichterstattung

Tanner
«Sex-Affäre im Asylheim», «Sex mit Minderjährigen…» (man beachte die Mehrzahl!) – so die Schlagzeilen der BaZ vom 14.12.2016 (BaZ_161214_Sex-Affäre ). Und dies alles, obwohl überhaupt noch nicht erwiesen ist, dass es zu strafbaren sexuellen Handlungen gekommen ist – die polizeilichen Ermittlungen laufen noch! Dabei gilt doch in unserem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung. Solche Vorverurteilungen nimmt der BaZ-Journalist Jöel Hoffmann ganz bewusst in Kauf, nur um der Gemeinde vermeindliches Fehlverhalten vorwerfen zu können.

Wegen unangemessenem Verhalten gegenüber einem minderjährigen Asylbewerber musste die Gemeinde Reinach Mitte August eine Asylbetreuerin nach vorgängiger Verwarnung freistellen. Jetzt behauptet die BaZ in ihrem Artikel, dass eine Betreuerin eine Affäre mit einem minderjährigen Asylsuchenden gehabt habe. Damit suggeriert die Zeitung, dass es sich hierbei um eine erwiesene Tatsache handle. Weiter zitiert der Artikel eine Bestimmung aus dem Strafgesetzbuch und unterstellt der ehemaligen Mitarbeiterin damit indirekt, dass sie die Abhängigkeit des jungen Asylsuchenden für eine sexuelle Handlung ausgenützt habe. Dabei handelt es sich um Mutmassungen von Seiten Hoffmanns und nicht um belegte Tatsachen. Die polizeilichen Ermittlungen sind, wie gesagt, noch nicht abgeschlossen. Durch die Behauptungen der BaZ wird die ehemalige Mitarbeiterin vorverurteilt. Tatsache ist, dass wir Ende Juli dieses Jahres eine Sozialarbeiterin aus dem Asylheim wegen ihres Verhaltens gegenüber einem 17-jährigen Asylbewerber verwarnen musste. Da die Frau den Anweisungen nicht genügend Folge leistete, wurde sie Mitte August per sofort freigestellt. Weiter schreibt die BaZ, dass die Gemeinde Reinach selbst die Strafanzeige gegen die Mitarbeiterin hätte einreichen müssen. Tatsache ist, dass die vorgesetzten Stellen alle Hinweise und Anschuldigungen zu jeder Zeit ernst genommen und entsprechende personalrechtliche Massnahmen ergriffen haben. Bereits am 14. September haben wir der Kantonspolizei auf Anfrage die vollständige Chronologie der Ereignisse zugestellt.

Eine Verwarnung oder Freistellung ist in der Regel keine Medienmitteilung wert. Wieso haben wir uns am 13. Dezember dennoch entschieden, die Öffentlichkeit zu informieren? Grund dafür waren die Recherchen Hoffmanns, welcher der Gemeinde Reinach vorwirft, nicht adäquat gehandelt zu haben und die Angelegenheit zu vertuschen. Hoffmann wollte eine Mitarbeiterin der Gemeinde Reinach dazu anstiften, illoyal gegenüber dem Arbeitgeber zu handeln und das Amtsgeheimnis zu verletzen, indem sie ihm gegenüber ihre Einschätzung des Falls äussern sollte. So geht das nicht! Dies widerspricht den Regeln für seriösen Journalismus und wird noch ein Nachspiel haben!

Zum jetzigen Zeitpunkt kann sich die Gemeinde Reinach aus rechtlichen Gründen nicht inhaltlich zum Fall äussern. Wir möchten den (falschen) Behauptungen und Anschuldigungen Hoffmanns aber Fakten entgegenhalten und so verhindern, dass es zu einer Schmutzkampagne gegen Mitarbeitende und / oder Asylbewerbern kommt, welche der Asylarbeit der Gemeinde und letztlich den Asylsuchenden selbst schaden könnte. Leider ist uns das nur teilweise gelungen, wie die unten stehenden Auszüge aus den Kommentaren zum BaZ-Artikel auf dieser Seite belegen!

Ich bin sehr daran interessiert, dass die Untersuchungsbehörden den Sachverhalt lückenlos klären. Bestätigt sich unsere Einschätzung, dann wissen wir, dass wir uns gut und angemessen verhalten haben. Kommt die Untersuchungsbehörde zu einem anderen Schluss, dann können wir davon lernen und besser werden. Wieso sollten wir etwas vertuschen?

Ich bin überzeugt, dass wir die Angelegenheit jederzeit ernst genommen, mit Augenmass gehandelt und mit den unmittelbar eingeleiteten personalrechtlichen Schritten richtig reagiert haben. Zu bedenken ist, dass gerade im Asyl- und Sozialbereich Anschuldigungen gegen Mitarbeitende nicht selten sind. Als Gemeinde tragen wir in einem solchen Fall zwei Hüte. Einerseits sind wir Behörde und damit verpflichtet, die berechtigten Interessen der Asyl- oder Unterstützungssuchenden wahrzunehmen. Andererseits sind wir aber auch Arbeitgeberin und müssen unsere Mitarbeitenden vor ungerechtfertigten Anschuldigungen schützen. Selbstverständlich prüfen wir alle Anschuldigungen ernsthaft, aber wir können nicht einfach jede Meldung ungesehen an Polizei oder Staatsanwaltschaft weiterleiten; sehr viele Anschuldigungen erweisen sich als unbegründet! (Nur als Beispiel: Ich wurde in diesem Jahr bereits zweimal von einem Einwohner bei Gericht wegen Amtsmissbrauch und ähnlichem angezeigt. In beiden Fällen nahm das Gericht die Fälle nicht an die Hand, da sie absurd und absolut unbegründet waren).

Medienecho: BZ_161215_UMA, Telebasel, 20Min_161214_Gemeinde_Kritik.

Auszüge aus den Kommentaren zum Sex-Affären-Artikel in der BaZ (zur Erinnerung: bis heute ist nicht erwiesen, dass es tatsächlich zu sexuellen Handlungen gekommen ist!):

Samuel Tanner: Genau für das sind all diese jungen Männer ja da, zum einen für die linken Abzocker die, ganz antikapitalistisch versteht sich, zehntausende von Franken im Monat mit höchst fragwürdigen Jöbchen abkassieren und zum anderen für all jene Frauen,die es nicht fertig gebracht haben sich in der Schweiz einen vernünftigen zu suchen oder weil Sie in Ihren Köpfen trotz tausender gegenteiliger Beispiele noch immer das Abendteuer von 1001 Nacht suchen, ob Asyl oder nicht ist genau deshalb auch zweitrangig.M.E. geht es bei den ‘‘Neo-Sozis‘‘ nur noch um die eigene Bereicherung und puren Egoismus,anosonsten würde man die darunter leidenden Mitmenschen ja nicht noch weiter kaputt machen….Eines ist klar,lange wird man diesen Geschehnissen nicht mehr lange zuschauen!

Ulrich Goetz: Was soll das Theater? Beide haben's wohl genossen und für den Jungen war's allemal besser, als ständig nur mit der linken Hand oder mit den Kollegen unter der Dusche...

Schenker Marcel: Säuhäfeli - Säudeckeli, so haben es gewisse Kreise am liebsten. Das Problem durchdringt ganze Verwaltungen bis hin zu Richtern, die aus politischen Gefälligkeiten und um von der Partei unterstützt und damit wiedergewählt zu werden, sämtliche ethischen Grundsätze über Bord werfen.