Einwohnerrat sagt Ja zum QP Jupiterstrasse

Jupiterstrasse
An seiner gestrigen Sitzung hat der Einwohnerrat den Quartierplan Jupiterstrasse mit grossem Mehr gutgeheissen. Wie und wie schnell es weitergeht, hängt jetzt davon ab, ob gegen den Einwohnerratsentscheid das Referendum ergriffen wird oder nicht.

In der engagierten Debatte wurde der Quartierplan von allen (politischen) Seiten gelobt. Er setze um, was das Volk mit der Abstimmung über das Eidgenössische Raumplanungsgesetz 2013 beschlossen habe und was die Gemeinde Reinach seit Jahren konsequent tue: Bauland gut und sparsam nutzen oder, wie man heute auch sagt «verdichtet nutzen» (WoBla_161110_LB Jupiterstrasse.jpeg).

Dass wir unser Bauland gut nutzen müssen und nicht einfach immer neues Kulturland einzonen können, ist heute unbestritten. Hingegen gehen die Meinungen darüber auseinander, wieviel Verdichtung und wieviele Stockwerke quartierverträglich sind. Ich bin überzeugt, dass im Falle Jupiterstrasse ein vernünftiger Kompromiss gefunden wurde. Diese Meinung vertritt auch der Einwohnerrat, haben doch lediglich sechs Einwohnerräte den Quartierplan abgelehnt. Interessant ist der Vergleich des Nutzungsmasses im Quartierplan Jupiterstrasse mit jenen anderer Überbauungen (gerundete Werte).
  • Jupiterstrasse: 100%
  • Schönenbach: 140%
  • Bruggstrasse: 170%
  • Gartenstadt (Münchenstein): 200% (BZ_161122_Gartenstadt)
  • Hagnau-Schänzli (Muttenz): 300%. (BZ_160924)

Dank dem zwei Gebäude, jene gleich neben der ISB, 8-stöckig sind, können die anderen Bauten, die näher bei den bestehenden Häusern entlang der Stockacker- und Jupiterstrasse liegen, geschont werden und zwischen den Gebäuden bleibt viel Freiraum bestehen. Eine vergleichbare Nutzung ohne hohe Häuser würde dazu führen, dass viel mehr Fläche überbaut werden muss.

Bleibt, wie bei jedem ähnlichen Projekt, die Frage nach dem Mehrverkehr. Der Mehrverkehr lässt sich recht genau berechnen und auch seine Auswirkungen auf die Einmündungen in die Hauptstrasse (Bericht_Verkehr). Ja, die zusätzlichen EinwohnerInnen werden zu einer Mehrbelastung der Verkehrsknoten führen. Aber diese Mehrbelastung sollte zu keinen gravierenden Staus führen. Aber letztendlich liegt es an uns selber: wenn wir alle mehr Autos haben und mehr Auto fahren, dann nimmt die Verkehrsbelastung zu. Die neue Überbauung liegt aber so nahe bei den Tramhaltestellen, dass sicher viele der zukünftigen BewohnerInnen den ÖV benutzen werden. Wie auch immer: Der Gemeinderat ist dankbar für alle Ideen, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann. Bisher hat noch niemand die Lösung unterbreitet. Wir haben aber bereits erste Verbesserungsmassnahmen realisiert (z.B. Rot-Grün-Phase an der Fleischbachstrasse optimiert), resp. werden dies parallel zur Realisierung der Jupiterstrasse tun (Einmündung / Abbiegestrecken Jupiterstrasse / Baselstrasse ausbauen).

Bleibt zum Schluss die Hoffnung, dass das gute Überbauungsprojekt Jupiterstrasse möglichst bald realisiert werden kann. Denn die drei Quartierpläne in Reinach Nord bringen nicht nur zusätzliche EinwohnerInnen ins Quartier, sondern auch verschiedenste Verbesserungen für die gesamte Quartierbevölkerung (Bericht_Aufwertung).

Hier geht es zu den Unterlangen.

Medienecho: Regionaljournal, WoBla, BaZ_170117_QPJupiterstrasse.