Dichtung und Wahrheit bei Joël Hoffmann

In seinem Artikel vom 28. Juni 2017 verbreitet BaZ-Redaktor Joël Hoffmann erneut tatsachenwidrige Behauptungen und ehrverletzende Werturteile (BaZ_170628_AZ). Seine Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage und basieren wiederum auf Tatsachenbehauptungen, die frei erfunden sind. Hier die Tatsachen:

Joël Hoffmann behauptet, ich hätte als Gemeindepräsident versucht, meine «Verantwortung in der Affäre zu verklären» und schrecke dabei nicht von «faktenfernen» Äusserungen zurück. So hätte ich und meine Kader nicht sofort und nicht gesetzeskonform gehandelt. Diese Behauptungen sind falsch – und Hoffmann führt in seinem gesamten Text nicht einen einzigen belastbaren Beleg für seine Behauptung an.

Noch einmal die tatsächlichen Abläufe: Im Juni 2016 war eine Mitarbeiterin des Asylwohnheims an die Vorgesetzten gelangt und hatte von einer «näheren Beziehung» zwischen einer jungen Asylbetreuerin und einem jungen Asylsuchenden berichtet. Die Vorgesetzten haben sofort mehrere Gespräche mit den Involvierten geführt und dabei festgestellt, dass tatsächlich eine unprofessionelle persönliche Nähe zwischen der jungen Betreuerin und dem Asylsuchenden bestanden hatte. Für eine weitergehende intime Liebesbeziehung gab es nicht nur keine Belege, eine solche wurde auch von den Involvierten bestritten.

Und: Zu dieser Zeit bestand zwischen der langjährigen Mitarbeiterin, welche die Vorwürfe erhoben hatte und dem Rest des Teams ein bereits seit Jahren schwelender Arbeitskonflikt, der mittels verschiedener Massnahmen, beispielsweise Supervisionen, teamintern bearbeitet wurde, aber nicht gelöst werden konnte.

Die Vorgesetzten haben unmittelbar arbeitsdisziplinarische Massnahmen gegen die beschuldigte Asylbetreuerin beschlossen. Per Ende Juni reichte die junge Asylbetreuerin zudem ihre Kündigung ein. Im Juli wurde der betroffene Asylsuchende vom Asylwohnheim in das Jugendheim verlegt.

Richtig ist, dass dort im Juli 2016 Hinweise darauf entdeckt wurden, dass die junge Asylbetreuerin und der Asylsuchende weiterhin in Kontakt standen. Diesen Schluss liess ein Chat zu, den der Asylsuchende einem Betreuer im Jugendheim und der Beiständin gezeigt hatte. Der in der BaZ genannte Leiter des Jugendheims, hält dazu fest: «Ich habe aber nie irgendwelche intime Fotos gesehen. Dass solche Bilder existieren sollen, ist für mich neu, und falls wir solche entdeckt hätten, hätten wir uns selbstverständlich bei der Gemeinde gemeldet. Auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mich nie über das Vorhandensein irgendwelcher eindeutiger intimer Fotos informiert. Falsch ist auch die Aussage der BaZ, wir hätten der Gemeinde je solche oder andere Bilder vorgelegt.»

Mit anderen Worten: Die Behauptungen der BaZ in diesem Punkt sind frei erfunden. Weder die direkten Vorgesetzten der jungen Asylbetreuerin noch andere Verantwortliche der Gemeinde haben je solche oder andere Bilder der jungen Asylbetreuerin und des Asylsuchenden zu Gesicht erhalten.

Nach Bekanntwerden des Chats wurde die junge Asylbetreuerin im Juli verwarnt und es wurde ein Kontaktverbot zum jungen Asylbewerber verfügt. Aufgrund des Verstosses gegen dieses Kontaktverbot wurde die junge Asylbetreuerin im August 2016 freigestellt, Ende September 2016 lief ihr Arbeitsverhältnis aus.

Hoffmann behauptet, «Recherchen der BaZ hatten gezeigt, wie der Gemeindepräsident die Vorfälle unter dem Deckel halten wollte, kritische Asyl-Mitarbeiter zum Schweigen bringen wollte und sie schliesslich auf die Strasse stellte.» Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage. Der Gemeinderat hat schon mehrfach in Medienmitteilungen sowie in einer Medienkonferenz ausführlich dargelegt, wie sich die Verhältnisse tatsächlich zugetragen hatten.

Unwahr ist auch die Behauptung von Hoffmann, «noch bis im Mai 2017» hätte ich vehement verneint, dass es eine Affäre gegeben habe. Richtig ist: Der Gemeinderat hat immer wieder auf die feststehenden Tatsachen verwiesen, nämlich konkret darauf, dass die internen Abklärungen keinen Beleg für eine intime Beziehung ergeben hatten und im Weiteren eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft durchgeführt werde.

Der Vorwurf Hoffmanns, ich «wollte bisher die Missstände also nicht aufklären, sondern vertuschen», entbehren jeder Grundlage und halten – trotz ständiger Wiederholung – einer faktischen Überprüfung nicht stand.