Presserat rügt BaZ

Der Gemeinderat Reinach hat mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass auch der Presserat die Berichterstattung der BaZ und ihres Journalisten Joël Hoffmann kritisiert und verschiedene Verstösse gegen die journalistischen Standesregeln moniert (Stellungnahme Presserat). Zudem habe ich in der Zwischenzeit Strafanzeige gegen den fehlbaren Journalisten eingereicht.

Seit mehr als einem halben Jahr fährt die BaZ schon eine Kampagne gegen die Reinacher Gemeindeverantwortlichen, in deren Rahmen sich der zuständige Journalist in eine Geschichte verrannt hat, aus der er nicht mehr herauskommt. Um seine früheren Behauptungen und Artikel zu stützen, berichtet er nicht nur einseitig und lässt gezielt wichtige Informationen unter den Tisch fallen, sondern teilweise auch klar tatsachenwidrig. Die Gemeinde Reinach hatte deshalb schon im Januar über den Verein «Fairmedia» eine Presseratsbeschwerde einreichen lassen.

Der Gemeinderat Reinach nimmt einerseits mit Befriedigung zur Kenntnis, dass der Presserat seine Sicht der Dinge in den Hauptpunkten stützt, bedauert es andererseits, dass es offenbar unter der Chefredaktion von Markus Somm bei der BaZ kein Qualitätsmanagement gibt, das solche Fehlleistungen korrigieren würde. Oder die BaZ zumindest die Grösse gehabt hätte, zuhanden seines Publikums die Rüge des Presserates zu veröffentlichen.

Der Gemeinderat Reinach hatte Chefredaktor Somm schon nach einer weiteren Fehlleistung der Zeitung von anfangs Juni beschieden, die Gemeinde sei zu einer Zusammenarbeit mit der BaZ weiterhin bereit, werde aber dem genannten Journalisten in dieser Angelegenheit keine Auskunft mehr erteilen, da dieser keine Gewähr für die Einhaltung minimalster journalistischer Standards gebe. Das Schreiben blieb bislang unbeantwortet.

Zudem habe ich in Absprache mit dem Gemeinderat eine Strafanzeige gegen den Journalisten wegen diverser Ehrverletzungsdelikten eingereicht. Der inkriminierende Artikel war allerdings erst nach der Presseratsbeschwerde erschienen. Die Gemeinde Reinach behält sich weitere rechtliche und/oder standesrechtliche Schritte gegen verleumderische Artikel vor.

Medienecho: OnlineReports, Telebasel.

Nachtrag: Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Kommentar von Dominique Feusi, einem anderen BaZ-Journalisten. Er kommentiert den Entscheid des Presserates unter dem Titel «Presserat: Falsches Wahrheitsministerium»: «Journalisten sollten nicht Richter spielen…». Er kritisiert, dass der Presserat, welchem mehrere Journalisten angehören, über andere Journalisten richtet. Der Presserat gebärde sich als «Wahrheitsministerium», so Feusi. Diese Feststellung ist total absurd, denn genau das, was Feusi dem Presserat vorwirft, macht die BaZ: Sie gebärdet sich als Wahrheitsministerium in der Sache Asylzentrum Reinach. Es ist die BaZ, resp. deren Journalist J. Hoffmann, der ganz genau weiss, was stimmt und was nicht. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Staatsanwaltschaft zum Beispiel festgestellt hat, dass die Beschuldigung Hoffmanns, ich hätte mich der Begünstigung schuldig gemacht, falsch ist. Es spielt auch keine Rolle, dass die Staatsanwaltschaft zum Schluss gekommen ist, die von der BaZ beschuldigte Asylbetreuerin hätte sich keines strafbaren Verhaltens schuldig gemacht. Wenn jetzt der Presserat die BaZ für Ihren Stil rügt, kehrt Feusi in bekannter Manier den Spiess um und macht die Täterin zum Opfer. Gescheiter wäre es, er und seine Kollegen würden die Standesregeln der JournalistInnen zu studieren.

Um es nochmals mit den Worten des Presserates zu sagen (Zitat aus der Stellungnahme vom 26.6.2017): «Die «Basler Zeitung» hat mit den Artikeln «Sex mit Minderjährigen in Reinacher Asylheim» vom 14. Dezember 2016 und «Strafuntersuchung zu Sex in Reinacher Asylheim» vom 6. Januar 2017 die Ziffern 1 (Wahrheitspflicht) und 7 (in Bezug auf die Unschuldsvermutung) der «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten» verletzt.»