Gemeinderat Reinach sieht sich bestätigt

Der Gemeinderat Reinach hat am Montagabend den Einwohnerrat davon in Kenntnis gesetzt, dass die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft das Strafverfahren gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Asylwohnheims eingestellt hat und zum Schluss gekommen ist, es hätten keine strafbaren Handlungen vorgelegen.

Der ehemaligen Mitarbeiterin waren sexuelle Handlungen mit einem Abhängigen nach Art. 188 StGB vorgeworfen worden. Die Staatsanwaltschaft kommt in ihren Ermittlungen nun zum Schluss, es habe zwar eine Liebesbeziehung zwischen ihr und dem mutmasslich minderjährigen Asylsuchenden bestanden, das intime Verhältnis habe aber auf Freiwilligkeit beruht und damit liege keine strafbare Handlung vor.

Die Vorgesetzten der ehemaligen Mitarbeiterin hatten auf die Vorwürfe, die im Sommer 2016 von einer Arbeitskollegin erhoben worden waren, zahlreiche Gespräche mit den Beteiligten geführt. Sie waren damals zum Schluss gekommen, dass keine Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vorliegen. Wie inzwischen bekannt ist, wurden sie von der Mitarbeiterin damals allerdings nicht korrekt über die Beziehung informiert. Klar war aber bereits damals, dass die Mitarbeiterin die professionelle Distanz gegenüber einem Asylsuchenden nicht eingehalten hatte. Deshalb hatten ihre Vorgesetzten arbeitsdisziplinarische Massnahmen gegen sie verhängt. Die Mitarbeiterin hatte selbst die Konsequenzen gezogen und ihre Stelle gekündigt.

Die ehemalige Mitarbeiterin hat der Gemeinde Reinach ihr Bedauern darüber ausgedrückt, nicht die volle Wahrheit gesagt zu haben und sich dafür entschuldigt. Der Gemeinderat und die ehemaligen Vorgesetzten der Mitarbeiterin haben diese Entschuldigung angenommen.

Der Gemeinderat hat im übrigen durch die ehemalige Mitarbeiterin selbst Einsicht in die Einstellungsverfügung erhalten und sich in Absprache mit ihr dafür entschieden, den Inhalt der Einstellungsverfügung in der vorliegenden Form zu publizieren, um weiteren Gerüchten den Nährboden zu entziehen.

Interview mit dem Gemeindepräsidenten: WoBla_170629_Interview_AZ.

Medienecho: Regionaljournal (ab 3:55), Basellandschaftliche Zeitung.