Südumfahrung belastet den Kantonalen Richtplan

Der Kantonale Richtplan (KRIP) wird nach seiner Genehmigung ein wichtiges Instrument für die geordnete Entwicklung des Kantons sein. Um ihn nicht zu gefärden, sollten die wichtigsten Schicksalsfragen separat entschieden werden. Neben der Frage, ob zahlreiche Kantonsstrassen an die Gemeinden abgetreten werden sollen, gehört sicher die Südumfahrung zu diesen Schlüsselthemen. Bleibt die Südumfahrung mit Trasseesicherung im KRIP, so gefährdet dies den ganzen Richtplan. Die Gegner der Südumfahrung werden den KRIP an der Urne bekämpfen. Zusammen mit allen anderen Unzufriedenen dürfte dies das Ende des KRIP 3 sein und es wird Jahre dauern, bis KRIP 4 kommt.

Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass der KRIP nicht durch die Südumfahrungsdiskussion gefährdet wird (Landratsdebatte zur Initiative gegen die Südumfahrung). Mein Vorschlag ist: Die Südumfahrung als Vororientierung in den KRIP aufzunehmen, aber ohne Trasseesicherung. Damit wäre dokumentiert worden, dass eine Projektidee besteht, aber die Linienführung und Form der Umsetzung wäre nicht festgelgt worden. Dies hätte Spielraum gelassen, in den nächsten Jahren eine akzeptabele Lösung zu finden, die wahrscheinlich aus einer Kombination von neuen Strassenabschnitten und einem Ausbau des ÖV bestehen muss.

Leider haben die VertreterInnen der Extrempositionen dies verhindert. Der Baudirektor hat eine Lösung, wie ich sie favorisieren würde, nach seinem Amtsantritt aus der Vorlage gekippt, was die Südumfahrungsbefürworter natürlich begrüsst haben. Die GegnerInnen auf der anderen Seite, wollten von diesem Kompromiss nichts wissen und bekämpfen jede Nennung des Projektes – als könnte man das Denken verbieten.

Jetzt ist die Situation heikel. Gelingt es der Bau- und Planungskommission, resp. der Landrat nicht, eine allseits akzeptable Lösung zu finden, dass wird es der KRIP schwer haben. Ich werde mich weiterhin für eine Lösung einsetzen, die weder eine unsinnige Südumfahrung zementiert (die ohnehin in den nächsten 30+ Jahren nicht realisierbar ist), noch die Augen davor verschliesst, dass wir tatsächlich ein Verkehrsproblem im Süden der Agglomeration haben.

Der Zeitungsartikel dazu: BZ_080208_KRIP.

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