Ein lebendiges Zentrum - Vision oder Illusion

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«Reinach-City» Vision oder Illusion. Unter diesen Titel stellte die CVP Reinach ihr diesjähriges «Zäme rede»-Forum. Der Anlass begann mit interessanten Referaten von Urs Welten über die Situation in Basel und Astrid Loquai über Lörrach und mit ethischen Anmerkungen von Florance Develey, Pfarrfrau aus Reinach. Anschliessend wurden auf dem Podium, zu dem ich auch eingeladen war, und mit dem Publikum die Konsequenzen für Reinach diskutiert.

Mein Fazit: Eigentlich machen wir es nicht schlecht in Reinach. Alle Empfehlungen und Erkenntnisse aus Basel und Lörrach haben wir in unserem Konzept zur Belebung des Ortskerns bereits integriert: Die Wichtigkeit, die Grossverteiler im Zentrum zu halten; möglichst viele Parkplätze bereitzustellen oder den Plätzen einen Charakter zu geben. All diese Absichten sind im Projekt zur Umgestaltung der Hauptstrasse enthalten. Ob das Projekt tatsächlich realisiert wird, hängt jetzt vom Einwohnerrat und nachher von den StimmbürgerInnen ab. Aber natürlich hat Florence Develey recht, wenn sie feststellt, dass «ein Zentrum mehr ist als nur Geschäfte, Parkplätze und Verkehr». Es muss Orte geben, wo man sich treffen kann: Cafés, Plätze, Sitzbänke. Die Gemeinde kann die Hardware zur Verfügung stellen, die Software muss von den EinwohnerInnen, Laden- oder Café-BetreiberInnen oder Vereine selber kommen. An Ihnen liegt es, ob das Zentrum lebt, ob es genutzt wird.

Eine weitere Massnahme zur Belebung des Ortskerns, die mir sehr wichtig ist, ist das Wohnen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer neue Wohngebiete an der Peripherie gebaut und damit die EinwohnerInnen immer weiter aus dem Zentrum «weggelockt». Das Potenzial, welches das Zentrum für Wohnen bietet, wurde dabei ganz vergessen. Das müssen wir ändern. Gerade mit dem älter werden der Bevölkerung nimmt die Bedeutung des Wohnens im Zentrum zu. Hier liegen ÖV, Läden oder Ärzte in Fussdistanz, was für all jene Leute ganz wichtig ist, die nicht mehr so mobil sind. Der Gemeinderat iniitiert und fördert deshalb Wohnbauprojekte im Zentrum: Alter Werkhof, Taunerquartier usw. Je mehr Leute im Zentrum leben, desto lebendiger wird es. Und zum Erholen steht dann in ein paar Jahren der Stadtpark bereit!
Medienecho: WoB_111117_CVPGespraech.