Einheitlicher Mindestlohn – eine riskante Initiative

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Am 18. Mai stimmen wir u.a. auch über einen schweizweit einheitlichen Mindestlohn ab. Obwohl ich der Meinung bin, dass alle Menschen mit Ihrer Arbeit so viel verdienen sollten, dass sie anständig leben können, bin ich gegen einen nationalen Mindestlohn. Ich befürchte, dass ein solcher einheitlicher Mindestlohn letztendlich mehr schadet als nützt!

Auf den ersten Blick ist der geforderte Mindestlohn von 4000 CHF (oder 22 CHF/Stunde) sicher nicht überrissen; wer in unserer Gegend mit diesem Lohn eine Familie durchbringen muss, lebt weiss Gott nicht auf grossem Fuss. Wo liegt also das Problem?

Es liegt darin, dass die Folgen eines solchen Mindestlohns nicht ausreichend berücksichtigt werden! Je höher der Mindestlohn ist, desto mehr einfache Arbeitsplätze werden in der Schweiz verschwinden. Schweizer Firmen werden in diesen Arbeitskategorien nicht mehr konkurrenzfähig sein, die Arbeiten werden ins Ausland verschoben oder zukünftig durch Maschinen erledigt. Die Grafik auf dieser Seite zeigt, dass die Schweiz mit Abstand den höchsten Mindestlohn hätte, wen die Initiative angenommen würde. Bei anspruchsvollen Produkten oder Dienstleistungen kann man höhere Löhne durch Qualität oder Effizienz kompensieren und bleibt konkurrenzfähig. Wie dies bei Arbeiten der Fall sein soll, wo nur der Mindestlohn bezahlt wird, kann ich mir schwer vorstellen. Verschwinden aber Stellen für einfache Arbeiten, dann gibt es nur Verlierer, weil dann viele Menschen gar keine Arbeit mehr finden werden.

Mindestlöhne sind sinnvoll und richtig. Aber sie müssen branchen- und regionenspezifisch festgelegt werden und nicht einfach landesweit. Während ein Mindestlohn von 4000 CHF in Zürich oder Genf kaum zum Leben reichen mag, kann er in ländlichen Gegenden reichlich sein und die Wettbewerbsfähigkeit unnötig schwächen. Inlandorientierte Branchen haben vielleicht mit einem Mindestlohn von 4000 CHF kein Problem, weil er für alle gilt, während exportorientierte Firmen mit den international rekordhohen Mindestlöhnen schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig sind.

Ich werde am 18. Mai aus Sorge um die einfachen Arbeitsplätze «Nein» stimmen.


(Quelle Grafik: http://de.statista.com)