Was meinen die GemeindepräsidentInnen der Agglo zur Kantonsfusion?

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Telebasel hat sich in der Sendung «061live» zum Thema Kantonsfusion in der Agglomeration Basel umgehört. Was dabei rausgekommen ist, können Sie hier sehen und hören («Report» und Diskussion zum Thema).

Die Hälfte der PräsidentInnen ist für eine Fusion, die andere dagegen. Typisch für die ablehnende Hälfte sind wohl die Argumente der Gemeindepräsidentin von Allschwil, Nicole Nüssli. Sie ist nicht gegen einen Kanton Basel. Allerdings ist sie der Meinung, der mit einer Fusion verbundene Aufwand sei zu gross, zuviel Energie und «manpower» würde damit über Jahre gebunden. Das ist nachvollziehbar und kann nicht von der Hand gewiesen werden. Dennoch meine ich: Der Aufwand lohnt sich, würde doch in einem gemeinsamen Kanton Basel so manches Geschäft sehr viel einfacher im Vergleich zu heute. Heute gibt es jede Menge Doppelspurigkeiten, weil eine Kantonsgrenze mitten durch die Agglomeration geht. An jedem grösseren Geschäft sind zwei Regierungen beteiligt, müssen zwei unterschiedliche Gesetze angewendet werden, stehen sich zwei verschiedene Haltungen gegenüber und werden zwei verschiedene Verwaltungen beschäftigt- Das führt zu Reibungsverlusten, Mehrkosten und Verzögerungen – wenn nicht gar zum Scheitern von Projekten. Dass koordiniertes oder gemeinsames Vorgehen kein Garant für den Erfolg ist, zeigt, um nur ein Beispiel zu nennen, die missglückte Spitalplanung der letzten Jahre. Wieviel einfacher wäre es doch, wenn Verkehrsplanungen, Raumplanung oder Wirtschaftsförderung unter einem Hut, jenem des zukünftigen Kantons Basel, laufen könnten.

Ich bleibe dabei: Die Investition in einen vereinigten Kanton Basel lohnt sich! Eine Fusion bietet mehr Chancen als Risiken. Und das Schöne an der Initiative «ein Basel» ist, dass sie nicht subito eine Fusion verlangt. Vielmehr verlangt die Initiative, dass eine Fusion und ihre Folgen gemeinsam geprüft werden sollen. Erst dann soll, in Kenntnis der konkreten Vor- und Nachteile in einer Volksabstimmung entschieden werden, ob ein vereinigter Kanton Basel gegründet werden soll. Es ist doch alleweil besser in Kenntnis der Fakten zu entscheiden, statt nur auf das Bauchgefühl zu hören. Leider geschieht aber genau letzteres. Die Gegner machen mit viel Herzblut und Emotionen gegen die Fusion Stimmung. Das ist einfach und billig. Aber die Befürworter sollten sich bei der Nase nehmen und daraus auch etwas lernen: Wenn es nicht gelingt, Begeisterung für das Projekt einer Fusion zu wecken, dann geht die Abstimmung garantiert verloren. Noch ist Zeit dafür, den Menschen, warum die Initiative gut ist für die Region.

Medienecho: BZ_140513_Kantonsfusion.