Alt heisst nicht zwingend weise

Ein Vorstoss des grünen Landrates Klaus Kirchmayr verlangt die Einsetzung eines «Rats des Weisen». Alt-Regierungsräte und -Gemeindepräsidenten sollen den heute aktiven Politikern mit Rat bei der Lösung der Gegenwarts- und Zukunftsprobleme beiseite stehen. Keine gute Idee, finde ich.

Natürlich gibt es PolitikerInnen im Ruhestand, die auch heute noch einen wachen Blick für die Gegenwartsprobleme haben und kreative Ansätze für deren Lösung haben können. Aber die Idee, ein Rat solcher Leute könnte einen wesentlichen Beitrag zur Lösung aktueller Probleme leisten, scheint mir doch ziemlich gewagt, um es mal höflich auszudrücken. Die heutigen Probleme müssen von den heutigen PolitikerInnen gelöst werden. Sie haben diesen Auftrag von den WählerInnen erhalten. Zudem steht es jedem Regierungs- oder Gemeinderat frei, bei Bedarf Rat einzuholen. Hinzu kommt, dass einige dieser alt-Räte nicht die Lösung sondern ein Teil der heutigen und zukünftigen Probleme sind. Schauen wir beispielsweise die Kantonsfinanzen an, dann trifft einige alt-RegierungsrätInnen eine massgebende Mitschuld daran, dass bei den Investitionen keine Prioritäten gesetzt wurden und keine tragfähige Zukunftsperspektive entwickelt wurde.

Mein Fazit: Auch wenn ich nicht allen aktiven PolitikerInnen zutraue, dass sie in der Lage sind, die Probleme dieses Kantons zu lösen, so heisst das noch lange nicht, dass es die alt-PolitikerInnen sind. Nein, es führt kein Weg daran vorbei: Die heute amtierenden Räte müssen ihre Aufgaben selber wahrnehmen.

Medienecho: BZ_120308_Gemeindereformen-1.