Die Internationale Schule zieht im Fiechten ein

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Vergangenen Donnerstag sind die Anwohner des Sekundarschulhauses Fiechten über die Pläne des Gemeinderates informiert worden, dieses Schulhaus für mindestens zwei Jahre der Internationalen Schule Basel zu vermieten und es, wenn möglich, anschliessend ganz an diese zu verkaufen. Der Verkauf des Schulhauses ist notwendig geworden, weil die Sekundarschule zukünftig weniger Schulraum braucht und der Kanton deshalb nicht bereit war, das kommunale Schulhaus zu kaufen (wie er dies beim Bachmatt- und Lochacker-Schulhaus kürzlich getan hat). Um sicher zu stellen, dass es dadurch zu keiner unzumutbaren Verkehrsbelastung im Quartier kommt, hat der Gemeinderat von der ISB ein Konzept verlangt, das verhindert, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Dieses Konzept steht und soll von der ISB durchgesetzt werden (NB: Das ist mehr, als wir von den öffentlichen Schulen verlangen: Auch hier gibt es immer mehr Eltern, die ihre Kinder zur Schule chauffieren, ohne dass wir viel dagegen machen können). Selbstverständlich meldeten sich v.a. besorgte AnwohnerInnen zu Wort. Es gibt Zweifel, ob die Wiederaufnahme des Schulbetriebs im Sekundarschulhaus Fiechten (es stand während eines Jahres mehr oder weniger leer), so ganz ohne Lärm, Verkehr und Abfall vonstatten gehen werde. Ich bin aber zuversichtlich, dass dies, nicht zuletzt dank des Engagement der ISB möglich wird. Wagen wir den Versuch. Sollte er misslingen, dann können wir nach zwei Jahren die Übung immer noch abbrechen. Zudem war auch der Betrieb der (staatliche) Sekundarschule nicht ganz ohne Nebengeräusche möglich. Das gehört nun mal zu einem Schulhaus. Als Nachbar des Weihermatt-Schulhauses kenne ich das.

Wieso steht das Fiechten-Schulhaus überhaupt zum Verkauf? Reinach muss, wie alle anderen Gemeinden auch, HarmoS umsetzen. HarmoS ist jenes Gesetz, das die vielen Schulsysteme in der Schweiz harmonisieren möchte und das vom Baselbieter Stimmvolk angenommen wurde (Info-Seite der Gemeinde). Eine der Harmonisierungsmassnahmen besteht darin, dass sich BL dem System «6 Primarschuljahre und 3 Sekundarschuljahre» (statt der geltenden 5/4-Variante) anpassen muss. Konkret bedeutet dies, dass ab 2015 die Primarschule, für welche die Gemeinden zuständig sind, um ein Jahr verlängert wird, während gleichzeitig die kantonale Sekundarschule um ein Jahr verkürzt wird. Die Gemeinde muss also rund 20% mehr Schulraum bereitstellen. In Reinach haben wird die Tradition, dass die kleinen Primarschüler auf ihrem Schulweg keine Hauptstrasse überqueren müssen. Deshalb müssen wir den zusätzlichen Schulraum dezentral in allen Quartieren anbieten.

Wie wollen wir das erreichen? Der Gemeinderat hat dem Einwohnerrat eine entsprechende Strategie unterbreitet (Beitrag). Kurz gesagt: Die Musikschule verlässt die dezentralen Schulhäuser und wird im heutigen Primarschulhaus Fiechten zusammengefasst (neu «Haus der Musik»). Dadurch wird in den Schulhäusern Aumatt, Surbaum und Weihermatt Raum frei. Für die Primarschule Fiechten wird ein neues Primarschulhaus gebaut – das alte wäre zu klein für die zusätzlichen sechsten Klassen. Schliesslich werden, im Rahmen der eh anfallenden Sanierungsarbeiten, die nötigen Anpassungen in den Schulhäusern Weihermatt, Aumatt und Surbaum gemacht. Alles zusammen dürfte so gegen die 40 MCHF bis 2020 kosten. Genau wissen wir das erst, wenn der Einwohnerrat das Konzept des Gemeinderates gut geheissen hat und die Detailplanungen vorliegen.

Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach zu verstehen, wieso der Gemeinderat ein neues Schulhaus bauen und gleichzeitig ein altes verkaufen möchte. Aber das Sekundarschulhaus eignet sich aus verschiedensten Gründen nicht als Haus der Musik oder als Ersatz für das Primarschulhaus Fiechten. Die Gründe sind in der Vorlage detailliert dargelegt. Im wesentlichen liegt es daran, dass die Schulzimmer zu klein, das Schulhaus als ganzes zu gross und der Sanierungsaufwand für die Gemeinde zu gross wäre. Wenn wir es für 6-7 MCHF des ISB verkaufen können, so ist uns damit mehr gedient. Zudem kann die ISB die Aula und die Dreifachturnhalle mitbenutzen, was wiederum für die Gemeinde d^finanziell interessant ist.

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