Gemeinderat präsentiert Resultate des Workshops Schulraumentwicklung

MM_131108_Schulraumkonzept
Nach Abklärung von sieben verschiedenen Varianten erachtet der Gemeinderat weiterhin das Schul- und Musikzentrum Weiermatten als die zweckmässigste Strategie.

Rund 60 Personen hatten Mitte September am Workshop zur Schulraumentwicklung teilgenommen. Sie äusserten zahlreiche Wünsche und Bedenken zum Vorschlag, im Weiermattquartier ein neues Schul- und Musikzentrum zu bauen und die Klassen des Surbaumschulhauses darin zu integrieren. Dabei kamen auch zusätzliche Strategievarianten zur Sprache. Der Gemeinderat sammelte alle Ideen und liess sie in den vergangenen zwei Monaten prüfen. Am Donnerstagabend stellte er sein Fazit erneut zur Debatte und informierte über die nächsten Schritte. Die Resultate des Workshops und des Informationsabends stehen demnächst auf www.reinach-bl. ch zur Verfügung.

Gemeinderat hat sieben Varianten abgeklärt
Insgesamt wurden sieben verschiedene Lösungen geprüft. Neben den bisherigen Strategien und der Variante eines Neubaus im Surbaum oder des Rückkaufs des Bachmatten II wurde auch die Möglichkeit abgeklärt, das Schul- und Musikzentrum im Surbaum zu bauen oder statt des Surbaum das Aumattschulhaus aufzulösen.

Erwartungsgemäss waren die Teilnehmenden, mehrheitlich Eltern aus dem Surbaum-Quartier oder Lehrende, nicht begeistert vom Fazit des Gemeinderates, dass die Variante «Schul- und Musikzentrum Weiermatten» nach wie vor die beste sei. Als wichtigste und umstrittenste Massnahme dieser Variante wird der Schulstandort Surbaum aufgehoben und die Klassen ins neue Schulzentrum Weiermatten integriert. Ein neues grosses Schulhaus zu bauen ist günstiger, als zwei alte Schulhäuser zu sanieren (wobei das Surbaum-Schulhaus gar nicht sanierbar ist, es müsste abgerissen und neue gebaut werden, wollte man den Standort Surbaum erhalten). Hinzu kommt, dass das Schulhausareal Surbaum für Wohnzwecke verkauft und genutzt werden könnte, wenn das Schulhaus aufgehoben wird. Zwar kostet auch diese Variante brutto über 100 MCHF. Aber dank der Möglichkeit gemeindeeigenes Land für Wohnzwecke zu veräussern – neben dem Surbaum-Areal auch noch eines beim Fiechten-Schulhaus – betragen die Netto-Kosten «nur» rund 70 MCHF.

Dieses Projekt zu finanzieren, wird schwer werden. Aus eigenen Mitteln kann Reinach eigentlich nur 5 MCHF pro Jahr investieren – wohlverstanden für alle Bereiche, nicht nur für die Schule. Kommt hinzu, dass noch andere grosse Ausgaben anstehen: 50-60 MCHF für die Sanierung der Pensionskasse oder über 30 MCHF für Sport- und Freizeitanlagen. Zusammen mit den stets steigenden Ausgaben für den Finanzausgleich oder die Sozialhilfe stehen wir vor grossen finanziellen Herausforderungen. Wir werden im Rahmen des Stabilisierungs- resp. Sparprojektes über eine massive Neuverschuldung, aber auch über Steuererhöhungen diskutieren müssen.

In Kenntnis dieser schwierigen Situation bin ich überzeugt, dass wir uns keine Luxusvariante leisten dürfen. Der Vorschlag des Gemeinderates für ein «Schul- und Musikzentrum Weiermatten» ist ein guter Kompromiss: Wir bauen für unsere Kinder grosszügig neuen, modernen Schulraum. Dafür müssen einige SchülerInnen einen etwas längeren Schulweg in Kauf nehmen und die Gemeinde muss Land für Wohnungsbau verkaufen. Ich bin zuversichtlich, dass diese verantwortungsvolle Variante gute Chancen hat in der Bevölkerung. Ich bezweifle aber, dass EinwohnerInnen, resp. SteuerzahlerInnen bereit sind 20 MCHF zusätzlich auszugeben, nur um den Schulstandort Surbaum zu erhalten.

Hier finden Sie die Präsentation vom 7.11.2013: 131107_MS_Infoabend_zv6-3

Medienecho: Telebasel, WoBla.

Und noch ein Beitrag zu Harmos: BaZ_140111_Harmos.