Kanton gefährdet die Umgestaltung der Hauptstrasse in Reinach

Grünes Licht für den Kreisel, dafür eine Neubeurteilung der Haltestelle Reinach Dorf – mit seinem Entscheid gefährdet die BUD die Umgestaltung der Hauptstrasse in Reinach. Der Gemeinderat ist irritiert über die Mitteilung aus dem Kanton und fordert einen schnellen Entscheid.

Der Gemeinderat Reinach nimmt den Entscheid der kantonalen Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) zur Umgestaltung der Hauptstrasse mit Erleichterung und Erstaunen zur Kenntnis. Im Rahmen der obligatorischen Vernehmlassung beim Kanton hatte die BUD ein Variantenstudium für den Knoten Hauptstrasse/ Bruggstrasse in Auftrag gegeben. In einem offiziellen Schreiben eröffnet die BUD der Gemeinde nun ihren Entscheid. Die Untersuchung bestätigte, dass der geplante Kreisel die optimale Lösung darstellt. Einzig kleinere Anpassungen sollen die Leistung des Kreisels noch verbessern. Dieser Bescheid freut die Behörde, auch wenn dadurch das Projekt fast ein halbes Jahr verzögert wurde. Jetzt könnte das Projekt, das seit fünf Jahren von Kanton und Gemeinde zusammen geplant wird, zur Abstimmung vor den Einwohnerrat
und anschliessend vors Volk gehen. Doch an Stelle von grünem Licht stellt die BUD der Gemeinde Reinach eine weitere Studie in Aussicht. Er verlangt die Neubeurteilung der geplanten Tramhaltestelle Reinach Dorf. Diese ist gemäss dem gemeinsam mit dem Kanton und der BLT erarbeiteten Projekt als Kaphaltestelle geplant, bei der das Trottoir bis an die Tramhaltestelle gezogen wird. Die Verkehrs- und die Tramspuren werden dafür auf einer Fahrbahn zusammen geführt. Jetzt fordert die BUD, dass auch für die Tramhaltestelle nochmals eine Variantenprüfung vorgenommen wird. Dabei bevorzugt die BUD eine Lösung wie heute bestehend. Eine Kaphaltestelle, wie sie das gemeinsame Projekt vorsieht, schliesst die BUD in ihrem Schreiben an die Gemeinde von Anfang an aus. Da diese bei vielen Radfahrenden als gefährlich gelte, würden im Kanton Basel-Landschaft bis auf weiteres keine Kaphaltestellen gebaut.

Beste Variante ist bei Neubeurteilung ausgeschlossen
Der Bescheid aus Liestal kommt für das Projektteam überraschend, wurde das Umgestaltungsprojekt Hauptstrasse doch in jahrelanger guter Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinde entwickelt. Auch im Zuge der kantonalen Vernehmlassung war die Tramhaltestelle nie in Frage gestellt worden. Bei der Projektentwicklung hatte sie sich als beste Lösung dargestellt, da sie die höchste Passagiersicherheit, eine optimale Priorisierung des öffentlichen Verkehrs sowie genug Fläche für den Bau von Tramhäuschen, Haltestelle und Parkplätzen bietet. Eine Neuplanung, bei der die beste Variante von Anbeginn ausgeschlossen ist, erachtet der Gemeinderat als sinnlos.

Gemeinderat fordert kurze Entscheidungsfrist
Durch die Neuplanung droht nun eine zeitliche Verzögerung, die das Ende des Projektes „Umgestaltung Hauptstrasse“ bedeuten könnte. Denn nicht nur die Variantenabklärung braucht Zeit. Eine andere Gestaltung der Haltestelle hätte auch planerische Konsequenzen auf andere Teile des Bauprojekts. Das Umgestaltungsprojekt sieht aber vor, dass Kantonsstrasse, Tramgeleise und die anschliessenden öffentlichen Räume der Gemeinde gleichzeitig saniert werden. Da die BLT aus Sicherheitsgründen darauf besteht, dass die alten Tramgeleise spätestens im Sommer 2009 ersetzt werden, gefährdet das erneute Variantenstudium des Kantons jetzt diese Synergien. In ihrem offiziellen Schreiben stellt die BUD in Aussicht, dass der definitive Entscheid zur Haltestelle bis Ende März 2008 vorliegen wird. Liegt der Entscheid der BUD nicht bis spätestens Ende Januar vor, dann können die Arbeiten nicht mehr koordiniert ausgeführt werden. Es wäre dann denkbar, dass 2009 die Tramgeleise ersetzt und im Folgejahr wegen der verzögerten restlichen Arbeiten wieder herausgerissen werden müssen – oder dass das Umgestaltungsprojekt in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr realisiert wird.

Um die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton nicht aufs Spiel zu setzen, ist der Gemeinderat bereit, eine erneute Variantenüberprüfung durchzuführen. Allerdings fordert er, dass der definitive Entscheid des BUD bis Ende Januar vorliegt, wie es die BUD entgegen dem offiziellen Schreiben in ihrer heutigen Medienmitteilung verspricht. Zudem muss bei der Überprüfung auch die Variante Kaphaltestelle eingeschlossen bleiben. Gleichzeitig behält sich der Gemeinderat vor, das bestehende Projekt in seinen unbestrittenen Teilen bereits in den politischen Prozess zu überführen.

Link zum Thema Hauptstrasse auf der Website der Gemeinde Reinach.

Die Berichterstattung in den Medien: BZ_071213_Hauptstrasse, BaZ_071213_Hauptstrasse, ReiZ_071220_Hauptstrasse, ,WoBlatt_071220_Hauptstrasse.

Der Beitrag in Telebasel (ab 14. Minute,Telebasel_071212_Hauptstrasse) und im Regionaljournal (Beitrag vom 7.1.2008).

Und ein weiterer Bericht der BaZ, diemal zur heiklen Situation von RR Krähenbühl: BaZ080112_Haltestelle.