Schulraumplanung: Einwohnerrat hat Grundsatzentscheid gefällt

SRS
Nach einem Jahr Aktenstudium hat der Einwohnerrat jetzt einen Grundsatzentscheid zum Schulraumkonzept. Der Vorschlag macht Sinn und, das ist besonders wichtig, alle Einwohnerratsmitglieder scheinen dahinter zu stehen.

Reinach stehen riesige Investitionen für Schulanlagen bevor. Die vom Gemeinderat vorgeschlagene Variante für Sanierungen, Erweiterungen und Neubauten kostet fast 100 MCHF. Um die Kosten nicht ins Unermessliche steigen zu lassen, ist in der Variante Gemeinderat die Zusammenführung der Schulhäuser Weiermatten und Surbaum vorgesehen; das Surbaumschulhaus würde aufgegeben und das Areal für Wohnnutzung freigegeben (Vorlage 1068).

Der Einwohnerrat schlägt jetzt vor, das Surbaumschulhaus doch nicht aufzugeben; da es nicht sanierbar ist, soll es durch ein neues Schulhaus mit Doppelturnhalle ersetzt werden. Der Wunsch, das Surbaumschulhaus nicht aufzugeben, ist nachvollziehbar – der Widerstand im Quartier war gross. Dass aber, trotz Mehrkosten für das neue Schulhaus Surbaum, die Bruttoinvestitionen statt 98 MCHF (Variante Gemeinderat) nur noch 70 MCHF (Variante Einwohnerrat) betragen sollen, macht stutzig. Die Erklärung ist einfach: alle Sanierungsarbeiten werden Jahre bis Jahrzehnte hinausgeschoben. Ob das klug ist, bezweifle ich – ganz abgesehen davon, dass der Einwohnerrat dem Gemeinderat seit Jahren vorwirft, den Unterhalt der Schulanlagen zu vernachlässigen. Hinausgeschobene Sanierungskosten sind nicht eingespart; irgendwann holt uns die Realität ein. Natürlich kann man auch auf die Erdbebenertüchtigung der Schulanlagen verzichten; es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich ausgerechnet in den nächsten Jahren ein Erdbeben ereignet. Aber wer übernimmt die Verantwortung, wenn es halt doch zu einem Erdbeben kommt und Kinder Schaden nehmen? Zudem sind wir von Gesetzes wegen verpflichtet, bei grossen Umbauten oder Erweiterungen die Gebäude energetisch und sicherheitstechnisch auf den aktuellen Stand zu bringen. D.h., wenn z.B. das Weiermattschulhaus um ein Stockwerk erhöht wird, dann müssen wir den Altbau zwingend sanieren und erbebenertüchtigen.

Wie auch immer: Der einwohnerrätliche Bericht ist eine gute Grundlage für die weitere Diskussion. Der Gemeinderat wird jetzt bis zum Sommer eine aktualisierte Vorlage, basierend auf den Grundsatzentscheiden des Einwohnerrates erarbeiten. Dann kann das Parlament in Kenntnis der Machbarkeit und der tatsächlichen Kosten das weitere Vorgehen beschliessen.

Medienecho: WoBla, BZ_150128_Schulraumstrategie.