Reinach als Standort für ein Hallenbad ungeeignet

Neben dem Gartenbad oder in der Sportzone Fiechten? Beide Standorte für ein Hallenbad mit 50m-Becken erachtet der Gemeinderat als nicht geeignet. In seinem Bericht beantragt er daher dem Einwohnerrat, das Postulat Nr. 428 als erledigt abzuschreiben (Vorgeschichte).

Im Postulat Nr. 428 von Beat Böhlen wurde der Gemeinderat im beauftragt, «unter Einbezug der Fachhochschule Bern den Standort eines Hallenbades im Bereich des sanierungsbedürftigen Gartenbades Reinach in erster Priorität konkret zu prüfen. Wenn dieser Standort nicht möglich ist, müssen andere Standorte in Reinach ermittelt werden.»

Gemeinderat liess Möglichkeiten abklären
Im Juni 2010 hat der Gemeinderat der Erarbeitung von Projektideen an der Fachhochschule Bern für ein Hallenbad mit 50m-Schwimmbecken zugestimmt. Bei einer Standortevaluation der Fachhochschule in Zusammenarbeit mit der Technischen Verwaltung der Gemeinde Reinach und dem Komitee „Hallenbad Plus“ hat sich gezeigt, dass ausser dem Standort Gartenbad nur noch die Sportzone Fiechten in Frage käme.

Gemeinderat hält beide Standorte als ungeeignet
Nach umfassenden Abklärungen erachtet der Gemeinderat beide Standorte als ungeeignet. Die Infrastruktur für das geforderte Olympiabecken habe eine überregionale oder gar nationale Bedeutung und die Erreichbarkeit einer derart grossen Sport- und Freizeitanlage durch den Verkehr daher eine zentrale Bedeutung. Ein Standort für eine solche Anlage ist deshalb im regionalen Kontext zu evaluieren. Beim Standort Gartenbad verunmöglichen insbesondere auch die zonen- und baurechtlichen Rahmenbedingungen eine allfällige Realisierung. Der Standort liegt in der Grundwasserschutzzone für rund 53‘000 Personen im Birs- und Leimental. In dieser Zone sind grundsätzlich keine derartigen Freizeitanlagen zulässig.

Enorm hohe Kosten
Darüber hinaus beurteilt der Gemeinderat die geschätzten Investitionskosten von ca. CHF 50 Mio. sowie die Amortisations-/Betriebskosten von jährlich ca. CHF 5 Mio. für die Gemeinde Reinach aus finanzieller Sicht untragbar. Die Interessengemeinschaft „Pro Hallenbad“ hatte demgegenüber eine Kooperations- und Finanzierungsform eines Public Private Partnership (PPP) vorgeschlagen. Ein potenzieller PPP-Anbieter stand einem 50m-Hallenbad allerdings kritisch gegenüber.

Weiteres Vorgehen und Ausstellung der Projekt-Ideen
Der Gemeinderat beantragt dem Einwohnerrat, den Bericht zum Postulat Nr. 428 zur Kenntnis zu nehmen und das Postulat als erledigt abzuschreiben. Der Einwohnerrat wird an seiner nächsten Sitzung vom 26. September das Geschäft Hallenbad behandeln und entscheiden müssen, ob er die Idee eines Hallenbades in Reinach weiter verfolgen möchte. Im Rahmen der Diskussion im Einwohnerrat werden die Projekt-Ideen im Gemeindehaus ausgestellt und so der Bevölkerung zugänglich gemacht.

Weitere Informationen: Die Beantwortung des Gemeinderats des Postulats Nr. 428 von Beat Böhlen zu Handen des Einwohnerrats können Sie hier nachlesen.