Brühl: Ein weiterer Schritt zu einem neuen Quartier

Die Resultate der Testplanung Brühl liegen vor. Sie zeigen, dass sich das Areal Brühl eignen würde, um eingezont und überbaut zu werden. Jetzt liegt der Ball beim Einwohnerrat. Er entscheidet in der zweiten Jahreshälfte 2011 wie es weitergehen soll.

Im kommunalen Richtplan aus dem Jahr 2005 wurde der Gemeinderat beauftragt, die Einzonung des Gebiets Brühl zu prüfen. Jetzt liegen Studien vor, die aufzeigen, wie das Areal überbaut werden könnte. Die Ergebnisse der Testplanung werden dem Einwohnerrat und der Öffentlichkeit präsentiert (Vorlage) und fliessen in die momentan laufende Revision der Ortsplanung ein. Sie haben aber vorläufig keine direkten Auswirkungen. Ob das Gebiet tatsächlich überbaut werden soll, wird nicht im Rahmen der Zonenplanrevision entschieden. Jetzt geht es nur darum, die Einzonungsabsicht anzumelden. Wichtige Aussagen liefert die Testplanung auch für den geplanten Bau von Alterswohnungen auf dem Nachbarsgebiet Bodmen. Aufgrund der Testergebnisse kann auf dieser Parzelle mit dem Bebauungskonzept für eine Quartierplanung begonnen werden.

Siegerprojekt überzeugt mit Innovation und Vernunft
Drei Architektenteams entwickelten im Rahmen der Testplanung je ein Bebauungskonzept. Am meisten überzeugte das interdisziplinäre Begleitgremium das Siegerprojekt der Architekten Meletta Strebel aus Luzern/Zürich. Stefan Haller, Leiter Städtebau, Bauten und Sport, erläutert: „Das Projekt verbindet die gesetzten Rahmenbedingungen mit innovativen Ideen und wirtschaftlich vernünftigen Lösungen. Es kann gut in Etappen umgesetzt werden und hat dennoch von Anfang an seinen Charakter. Damit entspricht es am besten unseren Vorstellungen.“ Das Projekt besteht aus einer Kombination von unterschiedlich geformten Wohnblöcken, welche dank einem vielseitigen Wohnungsmix unterschiedlicheBevölkerungsgruppen anziehen sollen. Durch den Aussenraum fliessen der Dorf- und Leibach, welche gemäss den Vorgaben freigelegt werden. Die Zufahrt zur Siedlung regelt das Projekt über einen Kreisel beim Friedhof Fiechten. Statt einer Lärmschutzmauer schützt ein begrünter Erdwall die Siedlung vor dem Verkehrslärm der Birsigtalstrasse.

Eine Einzonung dient dem Quartier und der Gemeinde
Für eine Einzonung ins Baugebiet ist das Areal Brühl raumplanerisch gut geeignet. Heute ist das Landwirtschaftsland wie ein Sprenkel zwischen der viel befahrenen Birsigtalstrasse und dem Wohnquartier eingeklemmt. Die Einzonung und der damit verbundene Lärmschutz würden dem ganzen Quartier dienen. Im Brühl könnte zudem neuer Wohnraum geschaffen werden, ohne dass dafür unberührtes Landschaftsgebiet geopfert werden muss. Die Schaffung von neuem Wohnraum ist für Reinach strategisch wichtig: Eine kürzlich fertig gestellte Studie des Ingenieurbüros Ernst Basler + Partner bestätigte, dass Reinach seine Einwohnerzahl über die nächsten 15-20 Jahre nur halten kann, wenn es neben der optimalen Ausnutzung der offenen Baulandreserven auch die Siedlungsentwicklung im Gebiet Brühl in Auge fasst. Sinkt die Einwohnerzahl, so sind die Steuereinnahmen und damit der Unterhalt der öffentlichen Einrichtungen gefährdet. Mehr zu diesem Thema in der Antwort des Gemeinderates auf die Interpellation von Martina Schmid (Antwort_Interpellation_658).

Medienecho zu einer Informationsveranstaltung über die Einzonung Brühl: BaZ_110622_Brühl, BZ_110622_Brühl, WoB_110623_Bruehl.